Ist der Plan des Paulus aufgegangen?
Wie oft im Leben, kommt es anders als geplant. Paulus geriet unter viele Anfechtungen und auch Todesgefahren und schaffte es deswegen nicht wie geplant zu den Korinthern zu reisen und ihnen nach der Milch persönlich die feste Speise zu verabreichen. Doch das war kein Missgeschick, sondern offenbar vom Heiligen Geist so gefügt, damit wir nicht nur einen ersten Korintherbrief – und damit die „Milch“ – schriftlich erhalten, sondern auch einen zweiten. Auf diese Weise haben wir auch heute noch einen wertvollen Einblick aus erster Hand in die ansonsten mündliche Grundlagenarbeit der Apostel. Es kam nämlich so:
Weil Paulus nicht so bald zu den Korinthern reisen konnte, schickte er seinen zweiten hervorragenden Schüler Titus nach Korinth um sich Bericht erstatten zu lassen über den Fortschritt der Milchverabreichung in Korinth. Es war diesmal ein positiver Fortschritt. Der erste Brief – die Milch – hatte gewirkt nach den vielen schriftlichen Ermahnungen und den persönlichen Erklärungen von Timotheus. Timotheus war inzwischen auch wieder zurück gekehrt zu Paulus. Beide erwarteten nun den Bericht des Titus. Und der fiel sehr gut aus.
Als Antwort schrieb Paulus gemeinsam mit Timotheus den 2.Korintherbrief, der all die Sorgen und Gedanken und das Ringen der beiden ausführlich darlegt. Für die Korinther und letztendlich auch für uns. Der ganze Brief ist unbedingt lesenswert und eine Perle. Hier nur ein kleiner Ausschnitt:
Aber Gott, der die Geringen tröstet, er tröstete uns durch die Ankunft des Titus; und nicht allein durch seine Ankunft, sondern auch durch den Trost, den er bei euch empfangen hatte. Als er uns berichtete von eurer Sehnsucht, eurer Klage, eurem Eifer für mich, da freute ich mich noch mehr.
Denn wenn ich euch auch durch den Brief betrübt habe, so bereue ich es nicht, wenn ich es auch bereut habe; denn ich sehe, dass euch jener Brief betrübt hat, wenn auch nur für eine Stunde.
Nun freue ich mich — nicht darüber, dass ihr betrübt wurdet, sondern darüber, dass ihr zur Buße betrübt worden seid; denn ihr seid in gottgewollter Weise betrübt worden, sodass ihr von uns keinerlei Schaden genommen habt. Denn die gottgewollte Betrübnis bewirkt eine Buße zum Heil, die man nicht bereuen muss; die Betrübnis der Welt aber bewirkt den Tod. Denn siehe, wie viel ernstes Bemühen hat dies bei euch bewirkt, dass ihr in gottgewollter Weise betrübt worden seid, dazu Verantwortung, Entrüstung, Furcht, Verlangen, Eifer, Bestrafung! Ihr habt in jeder Hinsicht bewiesen, dass ihr in der Sache rein seid.
Wenn ich euch also geschrieben habe, so geschah es nicht um dessentwillen, der Unrecht getan hat, auch nicht um dessentwillen, dem Unrecht geschehen ist, sondern damit unser Eifer für euch zu euren Gunsten offenbar würde vor dem Angesicht Gottes.
Deswegen sind wir getröstet worden in eurem Trost; wir haben uns aber noch viel mehr über die Freude des Titus gefreut, denn sein Geist ist von euch allen erquickt worden. Denn wenn ich euch ihm gegenüber gerühmt habe, bin ich damit nicht zuschanden geworden, sondern wie wir euch gegenüber stets die Wahrheit gesprochen haben, so ist auch unser Rühmen dem Titus gegenüber wahr geworden; und sein Herz ist euch jetzt noch viel mehr zugetan, da er sich an den Gehorsam von euch allen erinnert, wie ihr ihn mit Furcht und Zittern aufgenommen habt.
Ich freue mich nun, dass ich mich in allem auf euch verlassen kann.2. Kor 7,6-16