Das jährliche Pascha im Alten Testament

Bereits bei der Anordnung zur Einsetzung des ersten Pascha befahl Gott, dass es als Erinnerungsfest jährlich wiederholt werden muss (Ex 12,14). Außerdem musste das Pascha immer in Kombination mit dem Fest der Ungesäuerten Brote begangen werden. Das siebentägige Fest der Ungesäuerten Brote begann am ersten Abend mit dem Pascha. Dabei war die Erinnerung an den Auszug aus Ägypten bei weitem nicht der einzige Sinn. Es steckte mehr dahinter, unterwies Gott den Mose:

Und es soll so sein: Wenn euch eure Söhne fragen: »Was ist das für ein Brauch ?«,  so sollt ihr ihnen sagen: »Ein Opfer ist dieses Pascha für den Herrn, der die Häuser der Israeliten in Ägypten beschützte, als er die Ägypter schlug, unsere Häuser aber errettete.« (Ex 12,26-27)

Das Pascha war also gar nicht nur als Mahl für die Menschen gestiftet worden, sondern auch als ein Opfer für den Herrn! Das erklärt auch die wenig schmackhafte Rezeptur und die anschließende Woche der ungesäuerten Brote. Beides soll nicht den Menschen schmecken, sondern Gott. Die Menschen sollen nicht an ihren Bauch denken, sondern an Gott. Die Israeliten sollen sich besinnen, wer ihr Gott ist, der sie errettet. Die Schafe sind in Wahrheit ein Opfer für Gott. Und es sollte nicht nur bei den Schafen bleiben.

Gott gab dem Mose nach der Wüstenwanderung zusätzliche Anweisungen zum Pascha. Etwa dass kranke, unreine oder reisende Menschen nicht am Pascha teilnehmen sollen, es aber auch nicht auslassen dürfen, sondern später nachholen müssen. Dafür bestimmte Gott einen Ersatztermin. Oder dass das Pascha nur an einem Ort, den Gott festlegen wird, gefeiert werden darf. Dieser Ort sollte schließlich Jerusalem werden.

Und Gott legte später noch einen größeren Fokus auf die Schlachtopfer, indem Er weitere Opfertiere verlangte:

Und du sollst dem Herrn, deinem Gott, das Pascha opfern, Schafe und Ochsen, an dem Ort, den der Herr, dein Gott, sich erwählen wird, damit dort sein Name angerufen werde. (Dtn 16,2)

Das geriet im Laufe der Geschichte zuweilen in Vergessenheit, zum Schaden des Volkes Gottes, über das zunehmend der Zorn des Herrn kam. Aber die Schrift weiß auch von positiven Beispielen zu berichten. Besonders lobt sie in der Hinsicht König Josias, denn er verstand, dass das Pascha in erster Linie ein Opferfest für den Herrn sein soll und beging es vorbildlich:

Und Josias schenkte dem Volk, das sich eingefunden hatte, 30000 junge Schafe und Ziegen sowie 3000 junge Stiere. Dies wurde gemäß einem Versprechen dem Volk und den Priestern und den Leviten aus dem königlichen Besitz gegeben. Auch gaben Chelkias und Zacharias und Esyel, die Tempelvorsteher, den Priestern zum Pascha 2600 Schafe und 300 junge Stiere. Auch die Obersten Jechonias und Samaias und Nathanael, sein Bruder, und Hasabias und Ochiel und Joram gaben den Leviten zum Pascha 5000 Schafe und 700 junge Stiere.

Nachdem das geschehen war, stellten sich die Priester und die Leviten mit den ungesäuerten Broten in der Hand, wie es sich geziemt, nach Stämmen und Familienabteilungen vor dem Volke auf, um dem Herrn zu opfern, so wie es im Buch des Moses geschrieben ist. Und ebenso machten sie es am Morgen.

Sie brieten das Pascha über dem Feuer, wie es sich gehört, die Opfer aber kochten sie in Kupferkesseln und Töpfen – es roch gut – und brachten davon allen aus dem Volk. Danach aber bereiteten sie für sich selbst zu und für ihre Brüder, die Priester, die Söhne Aarons. Die Priester nämlich brachten die Fettstücke dar bis spät in die Nacht, und die Leviten bereiteten für sich selbst zu und für ihre Brüder, die Priester, die Söhne Aarons. […] So wurde an jenem Tag vollzogen, was zum Opfer des Herrn gehört, die Begehung des Pascha und die Darbringung der Opfer auf der Opferstätte des Herrn nach der Anordnung des Königs Josias.

So begingen die Israeliten, die sich zu dieser Zeit eingefunden hatten, sieben Tage lang das Pascha und das Fest der ungesäuerten Brote.

Derartig war das Pascha in Israel nicht mehr begangen worden seit den Zeiten des Propheten Samuel.

Auch alle Könige Israels hatten kein solches Pascha begangen, wie Josias es beging und die Priester und die Leviten und die Judäer und ganz Israel, die sich an ihrem Wohnsitz in Jerusalem befanden. Im 18. Jahr der Regierung des Josias wurde dieses Paschafest begangen. (1. Esdras 1,7-20 LXXD)

Über 40.000 Tiere wurden hier für das Pascha geschlachtet - die einen als Brandopfer für den Herrn, die anderen als Abendessen für die Menschen. Ist das positiv? Ist das vorbildlich? Die Schrift lässt keinen Zweifel aufkommen, dass das hier ein besonders positives, vorbildliches Beispiel eines Paschas ist. Sie lobt König Josias und seine Ausführung des Pascha in höchsten Tönen, mit der er das Volk wieder seinem Gott zugewandt und Gottes Zorn abgewandt hatte. Zumindest vorübergehend. Doch es sollte ein nachhaltigeres Pascha folgen, das bereits im Alten Testament prophezeit wird:

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    • Pascha

      Das Wort Pascha kommt 29 Mal im Neuen und rund 40 Mal im Alten Testament vor und ist somit biblisch.