• Können die Menschen den Weltuntergang noch verhindern?

Eine verdiente Strafe

Siehe, der Herr entrüstet sich und zürnt und droht, daß ihr euch nicht zu ihm bekehrt: und trotz dieser eurer Verstocktheit und Mißachtung wunderst oder beklagst du dich, wenn nur selten Regen vom Himmel fällt, wenn die Erde unter einer dichten Staubschicht begraben liegt, wenn die unfruchtbare Scholle kaum mehr magere und blasse Kräuter hervorzubringen vermag, wenn zerschmetternder Hagel den Weinstock vernichtet, wenn ein reißender Windstoß den Ölbaum entwurzelt, wenn Trockenheit die sprudelnde Quelle zum Stillstand bringt, wenn giftige Dünste die Luft verpesten, wenn verheerende Krankheit die Menschen dahinrafft? Und doch ist all das nur die Folge eurer Sünden, und Gott wird immer mehr erbittert, weil selbst solche schwere Heimsuchungen nichts nützen. Denn daß dies alles nur zur Züchtigung der Verstockten oder zur Bestrafung der Bösen geschieht, zeigt derselbe Gott deutlich in den heiligen Schriften mit den Worten: „Ohne Grund habe ich eure Söhne geschlagen, sie haben die Züchtigung nicht angenommen“.Δ Und der seinem Gott ergebene und geweihte Prophet antwortet auf eben diese Worte und sagt: „Du hast sie geschlagen, und sie haben nichts gespürt; du hast sie gegeißelt, und sie haben die Züchtigung nicht annehmen wollen.“Δ Siehe, von Gott werden Heimsuchungen über euch verhängt, und doch ist keine Gottesfurcht zu finden; siehe, es fehlt nicht an Schlägen und Geißelhieben von oben, und doch zeigt sich keine Angst, kein Schrecken. Wenn nun erst in das menschliche Leben nicht wenigstens dieses strenge Strafgericht eingriffe, wieviel größer noch wäre dann erst bei den Menschen die Vermessenheit, wenn sie infolge der Straflosigkeit ihrer Missetaten unbesorgt sein könnten!

Du beklagst dich darüber, daß sich gegenwärtig reiche Quellen, gesunde Luft, häufiger Regen und fruchtbarer Boden weniger deinem Wunsche gefügig zeigen, daß die Elemente nicht mehr so deinem Nutzen und Vergnügen dienen. Du freilich dienst ja Gott, durch dessen Gnade dir alles dienstbar ist; du gehorchst ihm, auf dessen Wink dir alles gehorsam ist! Du selbst verlangst von deinem Knechte Knechtesdienst, und, selbst nur ein Mensch, zwingst du einen anderen Menschen, dir ergeben und Untertan zu sein. Und obgleich ihr das nämliche Los der Geburt und ein und dasselbe Schicksal des Todes habt, obwohl euer Leib völlig übereinstimmt in der Zusammensetzung und eure Seele die gleiche Beschaffenheit zeigt, obwohl ihr nach demselben Rechte und nach dem nämlichen Gesetze in diese Welt tretet und später wieder aus ihr abscheidet, so erzwingst du dennoch, wenn man dir nicht nach deinem Wunsche dient, wenn man nicht deinem Willen voll Hingebung gehorcht, in herrischer rücksichtsloser Strenge knechtische Unterwürfigkeit, und du geißelst und schlägst, du strafst und quälst durch Hunger, Durst und Entblößung, häufig auch mit Schwert und Kerker. Und den Herrn deinen Gott erkennst du nicht an, obwohl du selbst deine Herrschaft so nachdrücklich ausübst?